Blitz- und Gebäudeschutz - Barnowski

Äußerer Blitzschutz

Der äußere Blitzschutz bietet Schutz gegen Auswirkungen direkter Blitzeinschläge

Er besteht aus Fangeinrichtungen, Ableitungsanlage und Erdungsanlage. Im Idealfall stellt der äußere Blitzschutz einen Faradayschen Käfig dar. 

Fangeinrichtungen

Blitzeinschläge können nicht verhindert werden. Dem Blitz können aber Ziele angeboten werden, die einem Einschlag standhalten. Fangeinrichtungen sind Stangen, Drähte, Seile oder Metallteile der zu schützenden Anlage, die für Einschläge vorgesehen sind. Ihre Oberfläche muss immer leitfähig sein. Es werden Metalle verwendet, die korrosionsbeständig sind. Aluminiumlegierungen, nicht rostender Stahl oder Kupfer. Die Materialstärke der Fangeinrichtungen muss gewährleisten, dass starke Energie von Blitzen nicht zum Abschmelzen der Fangeinrichtungen führt. Alle Stellen der Anlage, die für einen direkten Blitzeinschlag in Frage kommen, müssen mit Fangeinrichtungen versehen werden. Sie müssen untereinander und auf kurzem Weg mit der Ableitungsanlage verbunden werden. 

Blitzkugelverfahren

Das Blitzkugelverfahren ist ein Verfahren zur Ermittlung von Punkten, die für einen direkten Blitzeinschlag in Frage kommen. Es basiert auf dem Blitzkugelmodell, dass den durch einen Blitz gefährdeten Bereich als Kugel mit festgelegtem Durchmesser ausmacht. Jede Stelle der Anlage, die von der Blitzkugel berührt werden könnte, ist durch direkten Blitzeinschlag gefährdet. Diese Gefahrenstellen können mit maßstäblichen Modellen ermittelt werden. 

Schutzwinkelverfahren

Das Schutzwinkelverfahren ist ein vom Blitzkugelverfahren abgeleitetes Verfahren, das einen Schutzraum unter einer Fangeinrichtung definiert, in den kein direkter Blitzeinschlag erfolgen kann. Es ist nur auf einfach gestaltete Körper geringer Höhe anwendbar. 

Maschenverfahren

Das Maschenverfahren ist ein Verfahren, das ein Netz von Fangleitungen zum Schutz ebener Flächen definiert.

Ableitungsanlage

Die Ableitungsanlage leitet den Blitzstrom von den Fangeinrichtungen zur Erdungsanlage. Sie besteht aus allen an der baulichen Anlage verteilten, senkrecht geführten Ableitungen. Dies können sowohl separate Leitungen als auch ausreichende Metallteile der zu schützenden Anlage sein.